Am ersten Juniwochenende machten sich 22 Warsteiner Europafreunde auf den Weg in die Englische Partnerstadt Hebden Bridge, um das 30-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zu feiern. Nach einem herzlichen Empfang auf dem Bahnhof der nordenglischen Stadt konnte die Unterbringung in den Gastfamilien und das von dem Partnerschaftsverein Hebden Bridge Twinning Society vorbereitete Besuchsprogramm starten. In einem offiziellen Festakt wurde von Bürgermeister Maximilian Spinnrath und dem stellv. Bürgermeister aus Hebden Bridge, Alex Turner, die Bedeutung der Städtepartnerschaft hervorgehoben. Beide betonten, wie wichtig diese lebendige Beziehung und die persönlichen Kontakte und Besuche sind und das unabhängig von Brexit und anderen politischen Rahmenbedingungen.




In einer sich anschließenden Diskussionsrunde ging es um das Thema Flüchtlings- und Migrationssituation. WEF-Vorstandsmitglieder Annie Becker und Sylvia Stockhausen informierten die rd. 50 Teilnehmer im historischen Ratssaal des Rathauses zunächst über die Hintergründe und Entstehungsgeschichte der Einwanderer-und Flüchtlingssituation insbesondere in Warstein. Waren es früher angeworbene Gastarbeiter, die nach Deutschland kamen, sind es heute überwiegend Flüchtlinge aus Syrien, der Ukraine und den Länder Irak, Iran und Eritrea. Ebenso wurden die Angebote und Maßnahmen zur Integration aufgezeigt, wie z.B. Sprachkurse, Praktika, Arbeitsvermittlung, offene Treffen. Dabei spielen sowohl öffentliche Institutionen und Maßnahmenträger, als auch Vereine eine große aktive Rolle.




Stadtrat Steve Butterick berichtete sodann über die Situation in Hebden Bridge und stellte heraus, dass es in England ganz andere Flüchtlingsströme gibt und ein Großteil der Flüchtlinge aus Bangladesch und ehemaligen englischen Kolonien kommt. Bei der Integration treten in Hebden Bridge weniger Sprachprobleme auf. Man versucht, den Migranten möglichst auf Augenhöhe zu begegnen und sie in sportliche Aktivitäten einzubinden.
Die interessanten Ausführungen beider Seiten wurden durch die Fragen der Gäste und Beispiele ergänzt.
Das inoffizielle Rahmenprogramm führte die Gäste mit ihren Gastgebern zu einer Stadtbesichtigung von York, ehemals die Residenzstadt der Grafschaft Yorkshire, mit ihrem Minster und vielen historischen Bauwerken. Die Erkundung der Partnerstadt sowie eine Wanderung durch das romantische Cragg Val gehörten ebenso zum 5-tägigen Besuchsprogramm und gaben viele Gelegenheiten zum persönlichen Austausch.







Das Hebden Bridge häufiger von Unwetter und Hochwasser heimgesucht worden ist, ist den Warsteinern nicht neu. Nach der letzten großen Überschwemmung durch den Fluss Calder 2015 haben die Warsteiner Europafreunde dazu auch eine Spendenaktion gestartet. Um derartige Katastrophen zu verhindern, hat sich eine ehrenamtliche Gruppe für eine naturnahe Regenrückhaltung eingesetzt. „Slow The Flow“ arbeiten seit 2017 mit dem National Trust in Hardcastle Crags in der Nähe der Hebden Bridge zusammen, um ein Pilotprogramm zur Verringerung des Hochwasserrisikos für die Hebden Bridge mithilfe des natürlichen Hochwassermanagements zu entwickeln.
Adrian Horten, informierte mit einem Bildervortrag die Gäste aus Warstein über die Maßnahmen und Erfolge dieser freiwilligen Helfer.


Die Warsteiner Europafreunde waren wieder einmal beeindruckt von der Gastfreundschaft und kehrten nach 5 Tagen mit vielen neuen Eindrücken zurück nach Warstein. Auf der Rückfahrt zum Flughafen blieb noch etwas Zeit für einen Zwischenstopp in Manchester.





Zuvor hatte Bürgermeister Spinnrath seinen englischen Amtskollegen noch zum Gegenbesuch im kommenden Jahr nach Warstein eingeladen. Dann nämlich wird in Warstein vom 24. – 26. September 2027 ein großes Europafestival mit Gästen aus den Partnerstädten Pietrapaola, Wurzen und Hebden Bridge gefeiert.
von Gerd Stockhausen








